Ein IT-Dienstleister suchte nach einer Möglichkeit, seine Mainframe-basierten Druck- und Archivierungssysteme reibungslos in die neue Linux-Umgebung zu migrieren. Mit Enterprise-Output-Management-Software von Levi, Ray & Shoup, Inc. kann das Unternehmen seine geschäftskritischen Dokumente nun zuverlässig in elektronischer sowie in Papierform ausgeben.

In geselliger Runde am Esstisch versammelt denken nur wenige Menschen an all die Prozesse, ohne die das leckere Essen nicht auf den Tisch kommen würde. Aus verschiedenen kommerziellen wie auch gesundheitlichen Gründen bestehen bei bestimmten Arten der Nahrungsmittelproduktion sehr aufwendige Dokumentationspflichten und enorme Anforderungen an die Informationstechnologie.
Das Unternehmen
Die Rechenzentrum Verden GmbH (rzv) ist ein IT-Dienstleister, der seine Dienste u.a. für die Behörde erbringt, die den Viehhandel in Deutschland und Luxemburg kontrolliert. Ihre Geschäftstätigkeit übt sie unter dem Dach der Organisation vit (Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V.) aus, die spezielle Anwendungen rund um die Haltung von Rindern, Pferden, Schweinen, Schafen und Ziegen sowie weiteren nicht zur Fleischerzeugung gehaltenen Tieren entwickelt und betreut.
„Die Papiere bitte“
Jahrzente lang haben sich Tierzüchter bei der Verbesserung der Gesundheit und der Produktivität ihrer Tierbestände auf schriftliche Aufzeichnungen gestützt. Jeder Aspekt des Lebens eines Tieres, von der Zucht über Geburt, Transport, Verkauf bis hin zur Schlachtung wird dokumentiert und ausgewertet.
Die Erfassung solcher Informationen ist nicht nur sinnvoll; sie ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben. „Zum Beispiel wird für jedes Rind ein eigenes Dokument ausgestellt, ähnlich dem Ausweis eines Menschen“, sagt Bernd Bogena, IT-Bereichsleiter vom Rechenzentrum Verden. „Ohne Rinderpass kann das Tier weder transportiert noch verkauft werden. Durch die Möglichkeit, den Lebenslauf jedes Tieres vollständig zu verfolgen, können Behörden die Verbreitung ansteckender Krankheiten eindämmen und Züchter ihre Viehbestände besser kontrollieren.“

IT im Wandel
Die Verfolgung der Lebensläufe und die Erfassung der Daten für Millionen von Tieren erfordern spezielle Systeme. Es liegt auf der Hand, dass keine handelsübliche Software diese einzigartigen Anforderungen erfüllen kann. Diese maßgeschneiderten Systeme werden bei vit hausintern von einem versierten Team aus IT-Profis entwickelt, das auch den Support für diese Software leistet.
„Seit den sechziger Jahren waren wir stets so etwas wie eine Mainframe-Werkstatt“, erklärt Bogena. „Doch auch mit über 1.000 Benutzern und Tausenden spezieller Programme haben wir immer nur wenige Mainframe-Ressourcen genutzt“. Um Kosten einzusparen, ist bei vit und beim rzv dann die strategische Entscheidung gefallen, die Systeme auf eine Linux-Plattform zu migrieren.
Kernanwendungen wurden umprogrammiert und aktualisiert, um die Vorteile der Open-SourceUmgebung voll ausschöpfen zu können. Die zahllosen Textbildschirme waren ab diesem Zeitpunkt Vergangenheit; an ihre Stelle traten benutzerfreundliche Web-Oberflächen. Doch in allen Diskussionen zum Thema „Entwickeln oder Kaufen“ im Zuge der Linux-Migration wurde klar, dass man ein externes Output-ManagementSystem benötigen würde.
„Wir haben kurz überlegt, hausintern eine Lösung für das Dokumentenmanagement zu erstellen, da wir es gewohnt waren, unsere Systeme selbst zu entwickeln. Aber uns war bewusst, dass wir die Zeit für die Entwicklung eines Output-Management-Systems sinnvoller in die Neuprogrammierung unserer Kerngeschäftsanwendungen investieren können.“
Eine Paketlösung, einzigartige Anforderungen
Vor der Umsetzung des Downsizing-Projekts wurden Berichte, Tierausweise und weitere Dokumente beim rzv von Mainframe-Anwendungen generiert. Seit mehr als einem Jahrzehnt setzt das Unternehmen für die zuverlässige Ausgabe von Anwendungsdaten auf VPS-Software von Levi, Ray & Shoup, Inc. (LRS).
„Wir sind zwar nur ein kleiner Betrieb, sind aber trotzdem partnerschaftlich mit LRS verbunden, woraus beide Seiten einen Nutzen ziehen“, erklärt Bogena. „Da unser Geschäft recht speziell ist, verfolgen wir Ansätze, die andere Kunden wahrscheinlich nicht interessieren. Die Grundlösungen von LRS sind in der Regel so flexibel, dass sie unseren Anforderungen ohne Modifikationen entsprechen. Wenn das einmal nicht der Fall ist, hat sich LRS immer bereit gezeigt, unseren Erweiterungswünschen nachzukommen.“
Nach Sichtung der Produkte von Mitbewerbern entschied sich Bogenas Team für die Linux-basierte VPSX-Software von LRS, um die bisherige Mainframe-Output-Management-Lösung zu ersetzen. Diese Entscheidung beruhte auf mehr als der Vertrautheit mit dem Anbieter; im Laufe der Jahre hat rzv mehr als 1700 spezielle Overlays mit der AFP-Architektur (Advanced Function Presentation) von IBM entwickelt. Dank der Fähigkeit der VPSXLösung, vorhandene AFP-Ressourcen in PDF-Dateien und für den Druck aufbereitete Datenströme zu konvertieren, konnte man auf den völligen Neuentwurf von vielen Formularen verzichten. „Damit haben wir Tausende von teuren Entwicklerstunden gespart“, erläutert Bogena.
Nutzen auf lange Sicht
Nachdem die VPSX-Software für die Druckausgabe implementiert worden war, wandte sich das Team vom rzv den Anforderungen an die Dokumentenablage zu. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Ersetzung des Mainframe-basierten LDMS-Archivierungssystems. Das Team nahm wiederum mehrere Linux-basierte Alternativen unter die Lupe und entschied sich dann für die Softwarelösung PageCenterX.

Die Dokumente aus Legacy- und verteilten Systemen werden in das PageCenterX-Archiv importiert, wo sie zum effizienten Speichern und Abrufen komprimiert und indiziert werden. Die Integration mit der VPSX-Software ermöglicht die reibungslose und zuverlässige Ausgabe von Dokumenten in elektronischer sowie in Papierform. Die Standardlösung PageCenterX bietet darüber hinaus eine leistungsfähige, Browser-basierte Schnittstelle für die Systemadministration und eine optimierte Benutzeroberfläche.
Neben diesen Schnittstellen gibt es noch eine weitere Möglichkeit für den Zugriff auf gespeicherte Dokumente. Die Lösung PageCenterX umfasst eine flexible API (Application Programming Interface), mit deren Hilfe Firmen wie vit eigene Java-Anwendungen mit direktem Zugriff auf die in der PageCenterX-Datenbank gespeicherten Informationen entwickeln können.
„Dies ist ein Beispiel dafür, dass unsere speziellen Anforderungen dazu beigetragen haben, die Weiterentwicklung eines LRS-Produkts anzustoßen“, führt Bogena aus. „Wir haben gemeinsam mit den technischen Mitarbeitern von LRS daran gearbeitet, die Kommunikation zwischen PageCenterX, unserem LDAP-Sicherheitssystem und unseren Linuxbasierten Anwendungen zu optimieren. Keine Lösung am Markt konnte diese Anforderungen auf Anhieb erfüllen, aber LRS hat mit uns gemeinsam an der Entwicklung eines Systems gearbeitet, mit dem unsere Benutzer arbeiten können.“

Vom „Glashaus“ zum Auktionshaus
Diese Integration scheint aus technischer Sicht schon beeindruckend; der eigentliche Wert der Lösung liegt jedoch in ihren Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse in der Praxis.
Stellen Sie sich einen Lkw-Fahrer vor, der Dutzende Rinder von einem entlegenen Viehstall abholen und zur Auktion oder zum Schlachthof bringen soll. Stellen Sie sich nun die Situation vor, in der der Fahrer feststellt, dass die Papiere für mehrere Tiere fehlen oder auf dem Transportauftrag zu viele Rinder verzeichnet sind.
Ohne ordnungsgemäße Papiere können Tiere nicht transportiert oder verkauft werden. Weder der Viehzüchter noch der Lkw-Fahrer erhielte die erwartete Vergütung. Die Möglichkeit, die fehlenden Papiere rasch nachzudrucken, kann Massen von unproduktiven Beständen in wertvolle Wirtschaftsgüter verwandeln.
Um die Rentabilität der europäischen Viehwirtschaft zu sichern und die öffentliche Gesundheit zu schützen, müssen die Papiere zuverlässig und pünktlich bereitgestellt werden. Mithilfe der OutputManagement-Software von LRS sind rzv und vit dazu in der Lage.
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